Wohnungsmangel: Wenn Wohnen zum Luxusgut wird

WohnungsmangelWohnen in Deutschland ist teuer geworden: Die Mieten steigen und steigen – ein Ende scheint hier nicht in Sicht. Vor einer immer größer werdenden Wohnungsnot, besonders in den Universitäts- und Großstädten, warnt nun auch der Deutsche Mieterbund. Es fehlen laut Mieterbund bereits heute fast 250 000 Mietwohnungen.

Immer mehr Single-Haushalte

Einer der Gründe hierfür ist die gestiegene Nachfrage, nicht zuletzt durch die deutlich gestiegene Zahl der deutschen Single-Haushalte. Insgesamt stieg damit auch die Zahl der Haushalte in der Bundesrepublik: Zwischen 2002 und 2010 stieg die Haushalte-Gesamtzahl um 1,6 Millionen auf 40,3 Millionen. Und auch hier scheint kein Ende in Sicht: Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Zahl der Haushalte in den kommenden zwölf Jahren bis 2025 sogar noch auf 41,1 Millionen wächst.

Mieten steigen unaufhaltsam

Wenn im gleichen Zuge auch die entsprechende Anzahl an Wohnungen gebaut und zur Verfügung gestellt werden würde, wäre vielen schon geholfen. Dass die Mieten ins Unermessliche zu steigen scheinen, hat neben der Wohnungsknappheit – in Deutschland wird zu wenig gebaut – jedoch auch mit den willkürlich festgelegten Mietpreisen einigen Hauseigentümer zu tun; bei Neuvermietungen liegen sie laut Mieterbund teilweise bis zu 40 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Diese Zahl bestätigt das Hamburger F+B-Institut, das ermittelte, dass Wohnungen in Großstädten, Ballungszentren und Universitätsstädten zwischen 20 und 40 Prozent im Mietpreis steigen, wenn ein neuer Mieter einzieht.

Nur auf dem Land steigen die Preise kaum

Dass dies nicht nur in den Metropolen des Landes so ist, zeigen auch Angebote in Bielefeld oder im Schwabenländle – allerorts scheinen die Mietpreise förmlich zu explodieren. Ausnahmen bilden Angeboten auf dem Land – je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto günstiger wird der Mietpreis. Logisch: Nachfrage bestimmt Angebot. In Berlin beispielsweise stieg der Preis bei Neuvermietungen um rund 28 Prozent insgesamt in den vergangenen fünf Jahren, in Hamburg um 23 Prozent, um 17 und 16 Prozent in Frankfurt am Main bzw. in München.

Bildnachweis: © fffranz – Fotolia.com

Bildunterschrift: Günstige Wohnungen sind schwer zu finden.


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