Sinkende Baugenehmigungen – Wohnungsbau in 2007 bisher auf einem Tiefpunkt

Die Zahlen zum Wohnungsbau, die das Statistische Bundesamt kürzlich veröffentlichte, geben Anlass zur Sorge: Im ersten Halbjahr 2007 sind die geplanten und genehmigten Wohnungsbauten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bedenkliche 37,9 Prozent zurückgegangen. Lediglich die Gewerbeimmobilien konnten einen Zuwachs von 10,1 Prozent verzeichnen.


In echten Zahlen bedeutet dies, dass im ersten Halbjahr des Jahres 53.000 Wohnungen weniger genehmigt wurden, als im Vorjahresvergleichszeitraum. Die 87.600 Wohnungen, die geplant sind, werden Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge zu 87 Prozent in den alten Bundesländern realisiert werden. Was die Art der Objekte betrifft, handelt es sich größtenteils um Neubauten, ein geringer Anteil betrifft Maßnahmen an bestehenden Objekten. Beachtlich in diesem Zusammenhang auch, dass gravierende Einschnitte bei Ein- und Mehrfamilienhäusern zu verzeichnen sind. Als wesentliche Begründung sehen Experten den Wegfall diverser Fördermittel wie den der Eigenheimzulage, aber auch das Fehlen neuer Anreize, wie beispielsweise das Einbinden der Immobilien in die Riester-Rente.

Doch auch das Bauen an sich ist erheblich teurer geworden und trägt somit zum Negativtrend bei. Die Baupreise sind seit 2005 um 10 Prozent gestiegen, wie auch die Mehrwertsteuer oder die Zinsen. Hinzu kommen noch die geplanten Energiesparvorhaben der Bundesregierung, die in Zukunft den Kostenapparat weiter antreiben werden.

Sollten keine weiteren Anreize zum Wohnungsbau geschaffen werden, gehen die Experten davon aus, dass bis Ende 2007 in Summe weniger als 200.000 Wohnungen genehmigt werden.

Diesen Negativtrend kann lediglich der Gewerbeimmobilienbereich ein wenig auffangen. Hier war im ersten Halbjahr ein Plus von 10,1 Prozent zu verzeichnen. Auffällig jedoch, dass es hauptsächlich private Bauherren waren, die die Initiative ergriffen.


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