Shoppingcenter schießen wie Pilze aus dem Boden (vor allem in Osteuropa)

Shopping macht Spaß; viele Menschen lassen sich das Vergnügen auch in Zeiten knapperer Kassen nicht nehmen. Insofern scheint es nur folgerichtig, dass die Immobilienbranche reagiert und Geld in den Bau von Einkaufszentren investiert. 11,4 Millionen Quadratmeter neuer Einkaufszentren-Fläche werden europaweit mit einem Schwerpunkt in Osteuropa im Jahr 2008 entstehen: Das prognostiziert das Beratungsunternehmen Cushman & Wakefield, das als das weltweit größte für Gewerbeimmobilien gilt. In Prozentzahlen ausgedrückt, stiege die Quadratmeterzahl der neu erbauten Shoppingcenter im Jahr 2008 gegenüber 2007 damit um ganze 38%.



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Laut Angaben des Unternehmens Cushman & Wakefield kann man für das Jahr 2007 mit 8,3 Millionen Quadratmetern neu erbauter Shoppingcenter in Europa rechnen. Für Deutschland erwartet man — Flächenerweiterungen von Shoppingcentern eingerechnet — einen Zuwachs der Fläche um 7,3% bis Ende 2008. Ein Zentrum der Bauaktivitäten ist Russland, wo 2007 mit 4,5 Millionen neu gebauten Quadratmetern gerechnet wird. Den größten Nachholbedarf scheinen aber andere osteuropäische Länder zu haben: Relativ gesehen steigt die Quadratmeterzahl an Shoppingcenterfläche in den Ländern Serbien, Rumänien und Bulgarien am meisten. Für Bulgarien etwa prognostiziert das Unternehmen einen Anstieg der Shoppingcenterfläche bis Ende 2008 um 350%.Laut Angaben des Unternehmens RegioPlan Consulting sind beispielsweise in Belgrad, der serbischen Hauptstadt, 14 neue Shoppingcenter in Planung. Eins davon soll bereits Ende 2007 fertig werden: Delta City. Delta City wird etwa 30.000 Quadratmeter zu vermietender Fläche enthalten, wobei ein großer Teil dieser Fläche bereits vermietet ist: unter anderem an internationale und renommierte Unternehmen wie Mexx und Esprit.

Viele Investoren freuen sich über den Shoppingcenter-Boom. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen. Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, etwa besitzt bereits jetzt ca. doppelt soviel Shoppingcenterfläche wie Wien und weitere ehrgeizige Pläne warten auf ihre Realisation. Ob die Kaufkraft der Slowenen angesichts des großen Angebots mithält, bleibt fraglich. Deshalb ist wohl etwas Vorsicht angebracht, ehe man auf diesen besonders schnellen Zug aufspringt.


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