Shopping-Euphorie in kleineren Städten Osteuropas? Nur: „vielleicht“.

gum.jpgManchmal wirkt Osteuropa wie ein Zug, der ins gelobte Land fährt und auf den alle aufspringen möchten. Investoren drängen in die großen Städte, nach Warschau, Moskau, Istanbul, um dort Shopping-Zentren zu finanzieren. Das führt beispielsweise in Moskau dazu, dass hier mittlerweile über 50 solcher Zentren um Konsumenten buhlen und nochmals die gleiche Anzahl in Planung ist.

Angesichts der wachsenden Konkurrenz weichen die Planer und Finanziers jetzt auch auf wesentlich kleinere Städte aus, um dort ihre Projekte zu realisieren. Dass das Chancen birgt, aber auch Risiken, darauf verwies das Unternehmen BulwienGesa AG in einem Statement Ende Dezember 2007. Vielleicht ist doch etwas Vorsicht geboten? Weil der Osteuropa-Boom bei den Gewerbeimmobilien sonst irgendwann platzt wie einst die erste große Welle der Interneteuphorie? Vielleicht!

Großer Konkurrenzdruck wirkt sich auf Preise aus. Das ist eine Binsenweisheit und dennoch wahr. Und es gilt auch für die Mieten in Shopping-Zentren. Gut möglich, dass etwa die Vielzahl der in existierenden Zentren und die Zahl derer, die noch gebaut werden, den Mietpreis pro Quadratmeter in den Shops sinken lässt. Einige Investoren und Handelsunternehmen haben bereits reagiert und ihr Engagement unter anderem aus diesem Grund ausgedehnt: auf die kleineren Städte Osteuropas. Unternehmen wie Migros, Metro oder Rewe erobern – so die BulwienGesa AG — im Osten Städte mit weniger als 500.000 Einwohnern. Das kann Sinn machen, mitunter hohe Rendite versprechen, aber auch gefährlich werden, wenn man die Verhältnisse vor Ort nicht genau kennt. Das Problem: die Kaufkraft. Wenn etwa in Teilen Rumäniens der Durchschnittsverdienst bei 350€ im Monat liegt, so sind Produkte, die in osteuropäischen Shopping-Zentren kaum weniger kosten als in Westeuropa, für viele Menschen unerschwinglich. Sie kaufen deshalb auf den Märkten auf den Plätzen der Städte und es dürfte schwierig werden, sie als Zielgruppe für neu errichtete Einkaufszentren zu gewinnen. Das zu unterschätzen, könnte zum Problem für manch ein ehrgeiziges Projekt werden.


herrenausstatter.de - der Onlineshop für Markenkleidung und MännermodeDie BulwienGesa AG ist ein Unternehmen für Forschung, Analyse und Consulting auf dem Immobilienmarkt. Es gehört keineswegs zu den generellen Skeptikern, wenn es um finanzielles Engagement bei Gewerbeimmobilien in Osteuropa geht. Aber es mahnt zur Vorsicht, es rät dazu, sich bei der Standortwahl nicht allein auf Maklerbüros und Statistiken zu verlassen. Mindestens ebenso wichtig sind Kenntnisse über die Strukturen vor Ort, bestenfalls Kontakt mit örtlichen Experten, die Potenziale am besten einschätzen können. So lassen sich Fehlinvestitionen am besten vermeiden.


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