„Se vende“ – der ehemals boomende Immobilienmarkt in Spanien in der Krise

cb-ffm2.jpgNun hat die internationale Bankenkrise auch Einfluss auf den Immobilenmarkt Spaniens genommen – mit alarmierenden Auswirkungen. Viele Bauherren können ihre Darlehen, die zumeist mit Zinsanpassung abgeschlossen wurden und somit jetzt steigende Kreditzinsen zur Folge haben, nicht mehr zurückzahlen.

In Konsequenz stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Konkurse von Baufirmen und Immobilienunternehmen sowie die Notverkäufe von Immobilien in Spanien ständig an, die Zahl der Arbeitslosen, besonders in der Baubranche, kletterte um 315.000 auf 9,3 Prozent, übrigens die zweithöchste Arbeitslosenquote in der EU, das Wirtschaftswachstum ging von über vier auf zwei Prozent zurück und der private Konsum sank dramatisch.

Golfreisen für PaareDoch wie konnte es überhaupt so weit kommen, dass in Spanien mittlerweile bis zu einer Million geschätzter Wohnungen leer und zum Verkauf stehen:

Zunächst ließen sinkende Kreditzinsen und Preissteigerungsraten von bis bei Immobilien von mehr als 15 Prozent den großen Profit erhoffen. Auch das Geschäft mit den Immobilien als Alterswohnsitz oder Feriendomizil vieler Ausländer verhieß satte Gewinne und so investierten viele Spanier nicht nur ihr Erspartes, sondern stürzten sich häufig in zusätzliche Kreditschulden. Die Baubranche boomte, es wurden zusätzliche Arbeitskräfte aus Lateinamerika und Osteuropa angeheuert, um der Nachfrage gerecht zu werden. Denn nicht nur die Ausländer, auch die Spanier selber wollten sich vermehrt ihren Traum vom Eigenheim in der Peripherie der Großstädte verwirklichen. Die Banken schürten diesen Boom, indem sie häufig Kredite weiter über dem Wert der Immobilie und unter der Voraussetzung der Zinsanpassung vergaben. Und diese stürzt die Großzahl der Bauherren nun in die finanzielle Krise. Mit steigenden Kreditzinsen aufgrund der allgemeinen internationalen Bankensituation sind sie größtenteils nicht mehr in der Lage, ihren Kreditforderungen nachzukommen.

Die Bau- und Immobilienbranche in Spanien wackelt vehement. „ Se vende“ scheint der derzeit vorherrschende Slogan auf dem spanischen Immobilienmarkt. Die Immobilienbranche, der einstmalige Motor des spanischen Wirtschaftswunders, steht still. Von einer Rezession will die Regierung noch nicht sprechen, aber ein absehbares Ende der Krise ist für längere Zeit nicht in Sicht.

van Bevern – exklusive Immobilien in Uruguay


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1 Kommentar

  1. Immo Tessin sagt

    am 2. September 2008 @ 07:44

    Das sollte doch keinen wundern der sich einwenig mit dem spanischen Immobilienmarkt beschäftigt hat, über mehrere Jahre stetig (unrealistisch) steigende Immobilienpreise müssen zwangsläufig zu diesem Ergebnis führen…..

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