Public Private Partnership – die Zauberformel für zukünftige kommunale Projekt-Investitionen

Public Private Partnership, kurz PPP, scheint das kommende Modell für Investitionen der Kommunen. Dieses Modell beschreibt die langfristig vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, bei der die erforderlichen Mittel (z. B. Fachwissen, Betriebsmittel, Kapital, Personal etc.) von den Partnern zum gegenseitigen Nutzen in einem Projekt vereinigt werden.


Beispielsweise kann es sich hier um die Errichtung von Bildungs,- Kultur,- Sport- und Freizeiteinrichtungen handeln.Einer aktuellen Umfrage von Ernst & Young zufolge, die 300 Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern analysierten, möchten derzeit 16 Prozent der Kommunen neue Projekte in Form von PPP-Modellen verwirklichen. Schätzungen zufolge sollen bis zum Jahr 2013 40 Prozent der Kommunen vom PPP Gebrauch machen. In erster Linie wurden bisher Schulprojekte, Neubauten und Sanierungen, in Zusammenarbeit zwischen Kommune und privatem Partner realisiert, gefolgt von Sport,- Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Projekten im Sozial- und Gesundheitswesen.

Aktuelles Beispiel für PPP ist die Stadt Trier, die ihr Freibad Süd für insgesamt 7,4 Millionen Euro von einem privaten Partner sanieren und nachher auch betreiben lassen möchte. Oder die Stadt Niederkassel, die einen privaten Düsseldorfer Sportstättenbetreiber mit dem Bau eines kompletten Sportparks beauftragt hat.

Eben diesen Sportstätten gehört laut Ernst & Young– Umfrage die Zukunft des PPP. Und hier sind es vor allem die großen Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern, die dieser Art von Projektierung offen gegenüber stehen. Die Erfahrungen der Kommunen, die bereits PPP betrieben haben, sind durchweg positiv. Lediglich ein geringer Teil von 4 Prozent hat hier schlechte Erfahrungen gemacht. Ein zögerliches Anlaufen der Projekte ist sicherlich auch bedingt durch den nach wie vor defizitären Gemeindehaushalt vielerorts, der das Investitionsvolumen einschränkt. Immerhin, in 2006, wurden bundesweit schon 2,4 Prozent mehr Ausgaben für den Ausbau und Erhalt der Infrastruktur getätigt als in 2005.

Der Trend geht folglich nach oben – Public Private Partnership scheint ein Modell mit Zukunft zu sein. Nichtsdestotrotz, hier besteht erheblicher Nachholbedarf. Im europaweiten Vergleich, wie jüngst eine Studie von DLA Piper offen legte, rangiert Deutschland in der PPP-Landschaft nur auf Rang 10. Besonders auffällig hierbei die geringen Investitionsvolumina von lediglich 35 Millionen Euro. Absoluter Spitzenreiter ist Großbritannien mit 53 Projekten, die sich auf rund 10 Milliarden Euro belaufen, gefolgt von Italien, Spanien und Frankreich mit durchschnittlich 280 bis 320 Millionen Euro. Doch auch hier geht es in die richtige Richtung. Die Zahl der laufenden und ausgeschriebenen Projekte lässt vermuten, dass Deutschland in den nächsten Jahren im europäischen Vergleich durchaus mithalten kann.


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