Platzt die Übernahme der Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg?

Wie Anfang der Woche bekannt wurde, scheint sich die Sachsen LB ernsthafter am US-Hypothekenmarkt verspekuliert zu haben, als bisher angenommen. Vermutungen wurden laut, die Sachsen LB habe gar bis Ende des Jahres ihr Eigenkapital aufgebraucht. Jetzt scheint auch die Übernahme der Sachsen LB durch die Landesbank Baden-Württemberg in Gefahr, von einer von der Landesbank geforderten Risiko-Bürgschaft in Millionenhöhe durch das Land Sachsen ist die Rede.



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Ursprünglich sollte die Übernahme bis Ende des Jahres über die Bühne gegangen sein, ob dieser Termin gehalten werden kann, ist jetzt fraglich, zumal eine Risikobürgschaft in dieser Höhe durch den Freistaat als unwahrscheinlich gilt. Am vergangenen Wochenende hatten sich Vertreter der Landesbank und der Sachen LB zu ersten Verhandlungen getroffen, aus Finanzkreisen war zu hören, dass die Stuttgarter Bank gar mit einem Rücktritt von der Übernahme gedroht habe, wenn das Land Sachsen nicht auf die Bürgschaft einginge. Bankensprecher ließen verlauten, dass keine größeren Risiken, die die Bilanz der LBBW gefährdeten, eingegangen würden. Bereits Ende August war die LBBW mit 250 Millionen Euro Vorleistung als Finanzspritze für die Sachsen LB eingesprungen, der endgültige Übergabetermin wurde auf 31. Dezember 2007 fixiert.

Bis dahin hat die Sachsen LB noch einiges zu tun. Es müssen Lösungen für den angeschlagenen Fond Sachsen Funding I sowie weitere Zweckgesellschaften gefunden werden, Notverkäufe der Wertpapiere sollen, auch hier mit Hilfe des Landes, verhindert werden.

Ob die Politik einspringt, entscheidet sich wohl noch in dieser Woche. Die Opposition forderte von der sächsischen Landesregierung eine Stellungnahme zum angeschlagenen Bankenriesen.


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