Mieterhöhung – Einige Fakten zur Rechtmäßigkeit

mieterhoehung.jpgIn einem aktuellen Interview in der „Bild-Zeitung“ gab Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz in hilfreiche Informationen zum Thema Mieterhöhungen. Verunsichert sind viele Mieter seit Dezember, als der Bundesgerichtshof Vermietern in seinem Urteil das Recht einräumte, Mieterhöhungen lediglich durch den Verweis auf den Mietspiegel und ohne weitere Angaben und Begründungen durchzusetzen.

Nichtsdestotrotz müssen sich auch Vermieter an bestimmte Regeln halten. So ist jede dritte Mieterhöhung nicht rechtens, insgesamt sind eine Million Mieterhöhungen fehlerhaft. Für die deutschen Mieter heißt das in Summe 250 Millionen Euro, die zu viel gezahlt werden, ohne dass die Rechtmäßigkeit geprüft wird. So ist es beispielsweise nicht zulässig, die Miete ohne ordnungsgemäße Begründung anzuheben oder festgelegte Sperrfristen für Mieterhöhungen zu ignorieren.

Folgende Eckpunkte gilt es zu beachten:

  • Generell darf der Vermieter die Miete regelmäßig anheben und dies auch, ohne dass er Verbesserungen an der Wohnung durchgeführt hat o. ä.
  • Der Vermieter muss immer eine Frist von zwölf Monaten zuzüglich der Überlegungsfrist des Mieters von drei Monaten einhalten und abwarten, ob der Mieter zustimmt. Danach kann er die Mieterhöhung durch Klage einfordern.
  • Die Mieterhöhung muss begründet, schriftlich fixiert und unterschrieben sein (handschriftlich oder per Computer).Blumenversand
  • Als Begründung muss der Vermieter nachweisen, dass die Mieten von vergleichbaren Wohnungen im gleichen Wohnort ebenfalls angestiegen sind. Dies kann durch den so genannten Mietspiegel, der bei den Gemeinden oder beim örtlichen Mieterverein erhältlich ist, Gutachten oder drei Vergleichsobjekte am Ort nachvollzogen werden.
  • Die Mieterhöhung darf das allgemeine, durch den Mietspiegel nachgewiesene Niveau vergleichbarere Wohnungen nicht überschreiten.
  • Eine Erhöhung der Kaltmiete von mehr als 20 Prozent in 3 Jahren ist nicht zulässig.

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