Immobilienerwerb oder Wohnen zur Miete – Eigener Herr oder doch lieber abhängig und dafür mit kalkulierbaren Risiken?

Mieten oder kaufen, diese Frage zieht sich durch alle Altersklassen und Familienstände, egal ob junge Familien, Singles oder Paare mittleren Alters. Unumstritten ist die Immobilie als Altersvorsorge und Wertanlage, doch gibt es immer Pro und Contra, das abgewogen und am individuellen Fall entschiedenen werden sollte. Wir möchten dies hier exemplarisch an fünf Aspekten einmal darstellen:

Die Finanzierbarkeit:

Bei der Entscheidung für ein Eigenheim sollte zunächst natürlich die Finanzierbarkeit geprüft werden. Welcher Betrag muss vom monatlichen Einkommen für die Abtragung des Kredits abgezogen werden, sprich wie hoch kann eine Kredit- und Tilgungsrate sein, wie hoch sind die Nebenkosten, die im Vergleich zum Mietverhältnis nicht anteilig zu zahlen, sondern komplett zu übernehmen sind, welche Immobiliengröße kann ich, auch in Anbetracht der Nebenkosten, überhaupt in Erwägung ziehen. Nicht selten gibt es versteckte Kosten wie Hausgeld, das zu einem unliebsamen Erwachen führt. In der Regel spricht man von mindestens 20 Prozent Eigenkapital, das vor der Kaufentscheidung in baren Mitteln vorhanden sein sollte, um eine überschaubare monatliche Belastung zu gewährleisten. Banken und Kreditinstitute stehen bei der Berechnung und Auswahl der Finanzierungsvarianten als kompetenter Ratgeber zur Seite.

Beim Mietverhältnis dagegen ist die monatliche Belastung natürlich in Abhängigkeit von der Miet- und Nebenkostenhöhe zu sehen. Finanzielle „Überraschungen“ außer den so genannten „Schönheitsreparaturen“, die vom Mieter selber zu tragen sind, bleiben aus. Dagegen muss der Mieter sicherlich im Laufe der Jahre mit einigen Mieterhörungen rechnen. Die Miete kommt zudem einem Dritten zugute, während stattdessen beim Erwerb von Wohneigentum monatliche ähnliche Raten auf längere Sicht zum Eigenheim verhelfen. Dies führt auf direktem Weg zum nächsten Aspekt, der Altervorsorge.

Der Aspekt der Altersvorsorge:

Statistisch erwiesen ist, dass Immobilienbesitzer im Alter über mehr Vermögenswerte verfügen, als Mieter. Das liegt vor allem daran, dass Mieter in der Regel nicht so konsequent für ihr Alter sparen, als Eigentümer, die ihr Immobilienvermögen „zwangsweise“ schon durch die monatliche Tilgung erhöhen. So entstehen häufig Versorgungslücken. Hinzu kommt die weiterhin auch im Alter bestehende monatliche Mietbelastung. Wohneigentümer sehen sich dagegen, sofern die Immobilie im Alter abbezahlt ist, lediglich mit Nebenkosten sowie Wartungs- und Instandhaltungszahlungen konfrontiert.

Risikobetrachtung:

Wie bereits erwähnt, gehen Mieter ein geringeres finanzielles Risiko ein. Die monatlichen Kosten sind fix und außer Schönheitsreparaturen fallen keine zusätzlichen Reparaturkosten an. Beim Eigenheimbesitzer schaut dies anders aus. Schäden an der Immobilie trägt, sofern nicht von einer Versicherung gedeckt, er in vollem Umfang selber. Zudem hat er auch das Kreditrisiko auf seiner Seite. Längere Arbeitslosigkeit oder Einkommenseinbußen führen häufig dazu, dass eng geschnürte Kreditpakete nicht mehr bewältigt werden können. Hier bleibt oftmals nur der Verkauf der Immobilie, in Härtefällen die Zwangsversteigerung.

Mieter dagegen können in solchen extremen Situationen problemlos in kleinere, günstigere Wohnungen ausweichen.

Flexibilität:

Härtere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt können heutzutage dazu führen, dass eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt, möglicherweise aber auch in einem anderen Bundesland oder Land angetreten werden muss. Mieter sind in dieser Hinsicht flexibler. Natürlich kann auch eine Immobilie verkauft werden, doch dauert dies meist seine Zeit und birgt häufig Verluste, auch durch anfallende Vorfälligkeitsentschädigungen bei den Zinsen. Diese Überlegung sollten in die Kauf- bzw. Mietentscheidung mit einfließen.

Individualität und Freiheit:

Ohne Frage, das Eigenheim, sofern es sich um ein Haus handelt, eröffnet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten und bietet die entsprechenden Freiheiten, seine Ideen und Wünsche schon bei der Planung mit einfließen zu lassen. Der Hausbesitzer muss keine Rücksicht auf andere Parteien nehmen und kann seine Wohnträume wie er es wünscht, verwirklichen. Bei der Mietwohnung, aber auch bei der Eigentumswohnung sind diese Freiheiten beschränkt. Hier sind individuelle Wünsche nur im Rahmen von Absprachen mit dem Vermieter bzw. der Eigentümergemeinschaft möglich.

Während Flexibilität und Risikobetrachtung eher für das Mietverhältnis sprechen, sind die Aspekte der Altersvorsorge, Individualität und persönlicher Freiheit doch entscheidend für den Eigenheimerwerb. Eine pauschale richtige Lösung gibt es nicht, vielmehr muss jeder für sich selbst die einzelnen Punkte abwägen und gewichten. Die Wohnsituation ist immer auch abhängig vom Charakter und Lebensgefühl des einzelnen und so sollte es auch sein.

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