Immobilien haben keinen Einfluss auf Konsumverhalten in Deutschland

Wie eine aktuelle Studie des DIW, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, belegt, wirkt sich das Immobilienvermögen der Deutschen nicht auf deren Konsumverhalten aus. Anders als in den USA: Hier trug bekanntlich das Zusammenspiel von Häuserpreisen, Hypotheken und Konsumkrediten zur Immobilien- und Kreditkrise bei. Zunächst steigende Häuserpreise wurden genutzt, um mit dem daraus erzielten Gewinn weitere Konsumkredite zu finanzieren. Das große Erwachen folgte dann, als die Häuserpreise sanken und die Kreditzinsen stiegen.


Wie die DIW-Studie belegt, ist das Konsumverhalten in Deutschland anders angelegt. Trotz steigender Immobilienwerte sind das Konsumverhalten und besonders die Sparneigung der Deutschen unverändert. Gemäß vorliegenden Zahlen ging in den vergangenen Jahren der Anteil des Konsums am Bruttoinlandsprodukt von 59 Prozent auf 56 Prozent zurück, dagegen stieg die Sparquote von 8 Prozent auf 9,5 Prozent an. Nun lag die Vermutung nahe, dass mit steigenden Immobilienpreisen auch der Konsum angekurbelt und das Sparverhalten gebremst würde, doch weit gefehlt, wie das DIW herausfand. Lediglich bei Erhöhung des Sparvermögens fließt in Deutschland ein nennenswerter Anteil in den Konsum, beim Immobilienvermögen sind die Deutschen eher zurückhaltend. Um dies an einem Beispiel zu verdeutlichen: Während bei Erhöhung des Immobilienvermögens um 1 EURO lediglich 0,8 Cent in den Konsum fließen, geben die Deutschen bei Erhöhung des Sparvermögens um 1 EURO immerhin 2 Cent hiervon für private Aufwendungen aus.

Begründet sieht das DIW diese Situation in den Finanzierungsgepflogenheiten für Immobilien. Hier herrscht in Deutschland der Bankkredit vor, während in anderen Ländern vermehrt wertpapierbasierte Finanzierungen an der Tagesordnung sind, die einfacher für weitere Konsumausgaben beliehen werden können.

So oder so ein zweischneidiges Schwert. Wird durch die vorherrschende Situation einerseits das Konsumverhalten der Deutschen gebremst, schützt sie andererseits vor fatalen Kettenreaktionen von Immobilienkrediten, darauf basierenden Konsumkrediten und deren Abhängigkeit von Häuserwerten und Kreditzinsen. Eine Immobilien- und Hypothekenkrise à la USA scheint bei Fortsetzung der bestehenden Finanzierungsmodelle in Deutschland eher unwahrscheinlich.


www.baldur.de

1 Kommentar

  1. Pilati sagt

    am 3. November 2007 @ 18:40

    fahr mit Drive2Day Mitfahrgelegenheit

Komentar RSS