Hat die Berliner Flughafengesellschaft zu schlecht gepokert?

bbi.jpgIn den 90-er Jahren kaufte die Berliner Flughafengesellschaft ein Grundstück am Flughafen Berlin Schönefeld. Man ging davon aus, es für den Ausbau des Flughafens zu benötigen. Das allerdings war nicht der Fall: Pläne ändern sich bisweilen. Nun wurde ein Teil des Grundstücks — das einst Baufeld Ost genannt wurde — verkauft: und zwar an das Unternehmen Segro, einen britischen Betreiber von Gewerbeparks.

Da aus dem Verkauf wohl weitaus weniger Geld gewonnen, als damals zum Kauf eingesetzt wurde, gibt es Wirbel um dieses Geschäft. Durchaus nachvollziehbar, wenn es auch zu begrüßen ist, dass eine erste Lösung für das Grundstück gefunden wurde.

Baufeld Ost: Das war der Name eines ca. 109 Hektar großen Areals, das einstmals für den Umbau des Flughafens Berlin Schönefeld zum Brandenburg Berlin International – Flughafen verwendet werden sollte. Als diese Pläne jedoch aufgeben wurden, verloren auch die Grundstücke extrem an Wert. Laut Angaben des Tagesspiegels zahlte die Landesregierung damals ca. 200 Millionen Euro, während der heutige Grundstückswert etwa bei 41 Millionen Euro liegt. Was macht man aus solch einer Situation?


Lands' End - Schuhe der ExtraklasseDas Baufeld Ost wurde umbenannt in BBI Business Park Berlin und zur neuen Gewerbefläche erkoren. Segro kaufte 38 Hektar des Geländes und hat eine Option auf 24 weitere Hektar. Segro — die Slough Estates Group — firmiert erst seit April 2007 unter dem neuen Namen SEGRO. Das Unternehmen unterhält und verkauft Gewerbeflächen in ganz Europa. Etwa 120 Millionen Euro will es nun investieren, um sowohl ein Logistikareal als auch ein Gewerbeareal für anderes Gewerbe und für Bürogebäude aufzubauen. Vor 2009 ist eine erste Fertigstellung eines Teilabschnitts jedoch nicht zu erwarten. Bei Segro rechnet man — laut der Berliner Morgenpost — mit Quadratmeterpreisen von 5,30 bis 5,70 Euro für Hallen- und mit neun bis zehn Euro für Bürofläche. Angesichts des Verlustes beim Verkauf des Geländes an Segro für das Land Brandenburg, das an der Flughafengesellschaft beteiligt ist, starteten Abgeordnete mittlerweile eine Anfrage im Landtag Brandenburgs. Kann das Procedere beim Verkauf als rechtmäßig interpretiert werden oder wurden Fehler gemacht? Man darf auf die Diskussionen gespannt sein. Vielleicht hat die Flughafengesellschaft schlecht gepokert, hätte andere Angebote einholen müssen? Vielleicht hat sie aber auch eine Chance genutzt, die so nicht wiederkehren würde und durch die das neue Gewerbegebiet einen guten Start erhält? Harren wir der Dinge, die da kommen!

Flugmodell


www.baldur.de

Kommentarfunktion deaktiviert