Frankreich: Sarkozy bringt historische Gebäude auf den Markt

Die französische Regierung plant verstärkt die Veräußerung nicht benötigter Grundstücke und Gebäude. Da es sich hier größtenteils um historische Gebäude wie Schlösser, Paläste oder Gefängnisse handelt, werden die Immobilien demjenigen zugesprochen, der neben dem nötigen Eigenkapital auch über ein gelungenes Konzept verfügt.

Fallschirm Tandemsprung von Jochen Schweizer

Um die Optimierung des Immobilienvermögens des Staates kümmern sich im persönlichen Auftrag von Nicolas Sarkozy Immobilienexperten aus den Reihen des Finanzministeriums, die damit dem Vorbild Großbritanniens und Deutschlands folgen, die bereits seit einigen Jahren nicht mehr benötigte Objekte zum Verkauf anbieten. Über Zeitungsannoncen und Internetanzeigen wurde erstmalig eine Vielzahl verschiedener Objekte auf den Markt gebracht. Die französischen Immobilienexperten rechnen mit Immobilien-Einnahmen in Höhe von 800 Millionen Euro, geschätzt waren anfänglich 500 Millionen Euro.Aktuell wurde neben dem Amtssitz des französischen Staatssekretärs für wirtschaftliche Zusammenarbeit, ein pittoreskes Schloss am Boulevard des Invalides in Paris, auch der des Außenministers, das „Hotel Montesquiou“, verkauft. Ein russisches Tochterunternehmen von „Hines“ baut das 142 Millionen Euro-Objekt nun zu Luxuswohnungen und High-Class-Hotelzimmern um. Außerdem erwarb die Unternehmen Marwan (Katar) für 404 Millionen Euro das frühere Pariser „Hotel Majestic“. Das Konzept der Fondsgesellschaft sieht vor, hieraus einen Palast der Luxusklasse zu errichten.

Natürlich ruft gerade der Verkauf der kulturell hochwertigen Gebäude Kritiker auf den Plan, vom „Verscherbeln des französischen Kulturerbe“ ist die Rede, doch muss die Regierung hier weiterhin die Kosten und Nutzen abwägen. Für 2008 steht das Budget für Immobilienverkäufe bereits fest: ein Ertrag von 600 Millionen Euro ist fest eingeplant.Um dieses Ziel zu verwirklichen, stehen bereits weitere, hoch interessante Objekte auf der Veräußerungs-Liste des Ministeriums. Dazu zählen eine Polizeistation auf Guadeloupe, die Offiziersmesse einer Militärbasis in Nîmes sowie Beamtenwohnhäuser und Bürogebäude in ganz Frankreich.

Auch für den anspruchsvollen Geschmack gibt zahlreiche Immobilien: Wer es elegant mag, kann ein Schloss in Nainville-les-Roches (Nähe Paris) aus dem 19. Jahrhundert erwerben, der exklusiv orientiere Immobilieninteressent kann bis zum 23. Januar auf das in der Altstadt befindliche und mit herrlichem Blick auf die Rhone ausgestattete Gefängnis in Avignon bieten. Aber auch hier gilt: nur wer zum nötigen Kleingeld auch das geeignete Konzept zu bieten hat, erhält den Zuschlag.


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