Es tropft, es schimmelt und der Vermieter tut nichts?

wohnungsbau1.jpgEin kleines Szenario: Immer wieder tropft Wasser von der Wohnungsdecke; der Mieter meldet sich telefonisch beim Vermieter. Der wiederum benachrichtigt ein Handwerksunternehmen, das lediglich die vom Wasser angegriffene Stelle in der Decke der Immobilie abdichtet.

Das Ganze passiert mehrere Male und klingt nicht unbedingt wie eine befriedigende Lösung für den Mieter der Wohnung. Mit solchen Scheinlösungen — so lautet nun ein Gerichtsurteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf — muss er sich keineswegs zufrieden geben. Vermieter und Reparaturarbeiten an den Immobilien in Ihrem Besitz: Das Thema sorgt immer wieder einmal für Schlagzeilen.

Zunächst ein Wort vorab: Dieser kleine Artikel soll nicht zur Vermieterschelte ausarten. Viele Vermieter sorgen — wie vorgeschrieben — für einen ordnungsgemäßen Zustand der Immobilien und genügen damit der Gebrauchserhaltungspflicht sowie allen anderen gesetzlichen Regelungen rund um Renovierungen und Renovierungspflichten für die Mietwohnungen in ihrem Besitz voll und ganz. Andere jedoch nehmen die gesetzlichen Vorgaben nicht ganz so genau. Das reale Szenario von der mangelhaften Decken- und Dachsanierung ist ein Beispiel dafür. Der Mieter der Wohnung hatte seine Mietzahlungen nach mehreren letztlich nur die Schäden verdeckenden Reparaturen eingestellt und das Mietverhältnis fristlos aufgekündigt. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht gab ihm Recht. (Az. I-10 U 46/07).

Akku 250x250Dies war keineswegs das erste und einzige Urteil in den letzten Jahren, in denen es um Sanierung und Sanierungspflichten von Miet – Immobilien durch deren Besitzer geht. Beliebtes Streitobjekt dabei ist etwa die Schimmelbildung an Wänden und Decken. Auch hier stärkt eine Reihe von Gerichtsurteilen den Mieter einer Wohnung. Wer etwa kurz nach Unterschreiben eines Mietvertrags Schimmel in der angemieteten Wohnung feststellt, der darf — so das Landgericht Bremen Anfang des Jahres 2007 — die Wohnung fristlos kündigen. Keine großen Sorgen muss sich ein Mieter auch dann machen, wenn ihm der Vermieter vorwirft, Möbel zu nahe an Außenwände gestellt und dadurch Schimmelbildung provoziert zu haben. Das entschied das Landgericht Mannheim bereits 2006.

Gerade Mietrecht – Streitigkeiten rund um die Schimmelbildung sind oftmals schwierig: Der Vermieter muss dafür sorgen, dass die Bausubstanz der Immobilien Schimmelbildung nicht begünstigt; der Mieter hat ausreichend zu heizen und zu lüften, das aber nur in einem normalen Rahmen. Wer nun was versäumt hat, ist nicht immer ganz einfach herauszufinden. Die Gerichte werden wohl auch in Zukunft noch einige Male bei dieser Thematik entscheiden müssen.


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3 Kommentare

  1. Ed Hardy sagt

    am 10. September 2008 @ 18:18

    Ich kämpfe seit Jahren, das mein Laminat durch den Vermieter erneutert wird. Wurde durch undichte Fenster bei einem Platzregen beschädigt. Die Fenster haben sie aber immerhin erneuert.

  2. Lottoziehung sagt

    am 12. Mai 2009 @ 16:33

    Manchmal kann man auch nur auf nen dicken Gewinn hoffen. Dann schafft man sich sein eigenes Heim und hat ruhe.. hoffentlich!

  3. Bobath sagt

    am 28. Juni 2010 @ 15:42

    Ich habe gerade solche Probleme und es scheint mir auf eine Möglichkeit hinauszulaufen: Miete Kürzen um den Vermieter unter Druck zu setzen.

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