Drei Varianten, dem finanziellen Verlust durch Insolvenz des Bauträgers entgegen zu wirken

Nicht nur Bauherren, auch Bauträger sehen sich in den heutigen, Finanzkrisen geschüttelten Zeiten mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Sie müssen bei der Errichtung von Häusern in erhebliche finanzielle Vorleistungen treten, bevor sie selber die ersten Rechnungen an den Bauherren stellen können.

Oftmals sind diese Vorleistungen nur durch Bankkredite zu realisieren. Fallen diese Bankkredite durch in Zeiten der Finanzkrise vorsichtiger gewordene Kreditinstitute aus, droht vielen Bauträgern die Insolvenz.

Der Bauherr hat heutzutage verschiedene Möglichkeiten, sich gegen den finanziellen Verlust durch Insolvenz des Bauträgers abzusichern, muss er doch, selbst wenn ein anderes Bauunternehmen für den insolventen Bauträger einspringt, mit erheblichen Zusatzkosten rechnen. Und auch die Gewährleistung zu einem späteren Zeitpunkt, sollten beispielsweise nach ein paar Jahren Mängel am Objekt auftreten, gestaltet sich in solchen Fällen äußerst schwierig. Abhilfe schaffen können Fertigstellungs- und Gewährleistungsbürgschaften. Die Fertigungsbürgschaft sichert die vertragsgemäße Fertigstellung des Objekts zu, die Gewährleistungsbürgschaft stellt die Ansprüche des Bauherrn im Fall von späteren Mängeln sicher. Beide Bürgschaften werden im Idealfall für den Bauherrn von der Hausbank des Bauträgers übernommen. Lehnt diese die Bürgschaft ab, ist dies ein sicheres Zeichen für den Bauherrn, Vorsicht walten zu lassen.

Eine andere Möglichkeit wäre die vertragliche Vereinbarung, dass ein gewisser Restanteil an der Bausumme erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist fällig wird. Ob diese Variante in der Praxis häufig Anwendung findet, bleibt bei gesetzlichen Gewährleistungsfristen von fünf Jahren (Bürgerliches Gesetzbuch) dahin gestellt.

Schließlich gibt es noch die so genannten Baugarantieversicherungen, die in Deutschland bisher eher selten Anwendung finden, in Frankreich jedoch schon häufig praktikables Mittel sind. Bei der Baugarantieversicherung zahlt die Baufirma rund 1,5 Prozent der Bausumme an das Versicherungsunternehmen. Dieses gewährleistet im Gegenzug im Falle der Insolvenz des Bauträgers die komplette Erfüllung des Vertrages.


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