Deutscher Immobilienmarkt bietet Potenzial für Investoren aus dem mittleren Osten…

so die Einschätzung eines Expertenteams von Jones Lang LaSalle Anfang dieser Woche. Die Experten des internationalen Immobilienberatungsunternehmens sehen in Zukunft verstärkt arabische Investoren für deutsche Immobilienprojekte. Bereits im vergangenen Jahr wurden rund 500 Millionen Euro in deutsche Immobilien investiert, im ersten Halbjahr 2007 waren es 388 Millionen Euro, mit steigender Tendenz.


Die Entwicklung wird deutlich, wenn man vergleichsweise das Investitionsvolumen aus 2004 betrachtet: dieses betrug damals lediglich 180 Millionen US-Dollar. Größte Transaktion in 2007 war übrigens ein 300 Millionen Euro Portfolio aus 12 Immobilien in Berlin und Gera, das die Arab Investments erworben hat.

Den Grund für die ansteigenden Investitionen aus dem arabischen Raum sehen die Experten in den relativ moderaten deutschen Immobilienpreisen, die im Vergleich zu anderen europäischen Märkten eine hohe Rendite versprechen. Zudem sind auch die deutschen Kreditinstitute durch die US-Hypothekenkrise in Sachen Kreditvergaben mit geringer Eigenkapitalbasis vorsichtig geworden. Und hier kommen nun die Investoren aus dem mittleren Osten ins Spiel. Diese verfügen meist über umfangreiches Eigenkapital, was die Fremdfinanzierungsquote gering hält. So haben sie gegenüber beispielsweise den angelsächsischen Investoren, die bis vor kurzem auf den deutschen Märkten aktiv waren, einen großen Vorteil. Laut Angaben von Jones Lang LaSalle sind Eigenkapitalquoten von 50 Prozent im arabischen Raum keine Seltenheit. Und darin sind sich die Experten auch einig: sobald hierzulande die REITS an Bedeutung gewinnen und die Investitionsvolumina steigen, was momentan noch nicht gegeben ist, werden die Araber, die grundsätzlich liquide Anlageformen bevorzugen, ihr Engagement nochmals steigern.

Den arabischen Investoren wiederum bietet die Investition in Immobilien eine Abnabelung vom Ölgeschäft, das in nicht allzu ferner Zukunft ausgeschöpft sein wird. Der arabische Raum sorgt bereits jetzt vor und schafft sich ein zweites Standbein. Bestes Beispiel hierfür ist Dubai, das durch weit gefächerte andere Aktivitäten peu à peu die Unabhängigkeit zum Ölgeschäft gewinnt.


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