Demografische Entwicklung, aktuelle Energieverordnungen und der Wohnungsbau – ein enger Zusammenhang

diw.jpgDie Prognosen des DIW zur demografischen Entwicklung in Deutschland und die allgemeine Entwicklung des Wohnungsbaus der vergangnen Jahre kommen auf einen gemeinsamen Nenner: Die Neubauten gehen zurück, gefragt sind Modernisierungen bestehender Gebäude und Wohnungen. Einen großen Anteil daran haben neben den aktuellen Energieverordnungen und dem Trend zu mehr Energieeffizienz die sinkenden Geburtenraten und

infolgedessen der steigende Altersdurchschnitt in Deutschland.

So gehen Branchenexperten davon aus, dass das Volumen an Modernisierungen bestehender Objekte in den kommen Jahren bis 2020 um ca. 10. Milliarden Euro ansteigen und in Summe 90 Milliarden Euro ausmachen wird, während das Neubauvolumen im gleichen Zeitraum auf rund 40 Milliarden Euro sinkt. Die demografische Entwicklung trägt insofern zu dieser Entwicklung bei, als dass die meisten Neubauvorhaben vom eher jüngeren Teil der Gesellschaft, den 26 – 45 Jährigen und hier insbesondere den Mit-Dreißigern, realisiert werden. Durch die jedoch immer älter werdende Gesellschaft und den Rückgang der Geburtenrate sinkt in Konsequenz auch die Zahl der neubauwilligen Zielgruppe, während gerade ältere Personen ihre bestehenden Objekte im Alter renovieren und modernisieren. Die Gruppe der 60 – 69 jährigen Bürger liegt hier an der Spitze und wird dicht gefolgt von den über 70-Jährigen, so aktuelle Erhebungen der Heinze Marktforschung. In diesem Bereich wird besonders Wert gelegt auf die bestmögliche Nutzung der Energien und eine entsprechend hohe Energieeffizienz, was beispielsweise Wärmedämmung oder die Modernisierung von Heizungsanlagen betrifft.

Allgemein 250x250Dieser Trend soll den Prognosen zufolge bis 2020 anhalten. Danach ist sowohl für das Modernisierungsvolumen als auch das Neubauvolumen mit einem stärkeren Abschwung zu rechnen. Hiervon besonders betroffen ist Ostdeutschland, das neben den geringen Geburtenraten zudem mit starken Abwanderungszahlen zu kämpfen hat, was besonders die Anzahl der Neubauvorhaben nochmals schrumpfen lässt. Hier werden Politik und Gesellschaft gefragt sein, neue Anreizfaktoren zu schaffen, um das Bauvolumen anzukurbeln.


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