Baufinanzierung und Immobilienkauf — der Weg zu den Verbraucherzentralen kann nützlich sein!

Im Frühjahr 2007 zeigte es sich einmal mehr, dass der Weg zu den Verbraucherzentralen auch für Bauherren und Immobilienkäufer von Vorteil sein kann. Die Verbraucherzentrale NRW initiierte damals erfolgreich eine Klage vor dem Landgericht Stuttgart. Die Bausparkasse Wüstenrot hatte ihren Kunden Gutachterkosten berechnet, die die Sparkasse – nach Ansicht des Gerichts – selbst tragen muss. Die Initiative in solchen Rechtsstreitigkeiten ist aber nur ein Teil des Angebots von Verbraucherzentralen, das Bauherren, Immobilienkäufern und -besitzern dient.


Jahrelang war es Usus: Kunden von Bausparkassen mit Interesse am Kauf einer Immobilie bekamen die Kosten für ein Immobiliengutachten auferlegt, obwohl das Gutachten allein der Bausparkasse selbst als Absicherung dient. Dagegen ging die Verbraucherzentrale NRW vor. Konkret ging es um eine Summe von 520€. Diesen Betrag sollte ein potenzieller Käufer einer 95 Quadratmeter großen Eigentumswohnung in Düsseldorf an Wüstenrot bezahlen. Die Kosten entstanden durch ein Immobiliengutachten, das die Bausparkasse für die Bewertung der Wohnung in Auftrag gegeben hatte. Meist entscheiden Bausparkassen auf der Basis solcher Gutachten, ob sie einen Immobilienkauf mitfinanzieren. Die potenziellen Darlehensnehmer bekommen dieses Gutachten oftmals gar nicht zu Gesicht. Das Landgericht Stuttgart (Aktenzeichen.: 20 O 9/07) urteilte deshalb, dass die Kosten für solche Gutachten von den Bausparkassen selbst zu tragen seien. Ein Erfolg für Immobilienkäufer… und für die Verbraucherzentralen.

Die Initiative von Verbraucherzentralen rund ums Bauen, Wohnen und den Immobilienkauf geht aber weit über die Initiative bei Rechtsstreitigkeiten hinaus. Die Verbraucherzentrale NRW etwa bietet eine Reihe von allerdings kostenpflichtigen Informations- und Beratungsdienstleistungen an: Eine individuelle Baufinanzierungsberatung unterstützt Bauwillige beispielsweise beim Entwurf ihres Finanzierungskonzepts. Thematisch passende Seminare vermitteln das nötige Know-how, um Finanzierungsangebote selbst kritisch unter die Lupe zu nehmen. Und bei Bedarf prüfen Verbraucherzentralen auch Architekten- und Bauträgerverträge auf etwaige Unstimmigkeiten oder rechtlich bedenkliche Passagen. Der Weg zu den Verbraucherzentralen kann so die Grundlage schaffen, um Immobilienprojekte ohne allzu große Probleme zu realisieren.


www.baldur.de

5 Kommentare

  1. Daniel sagt

    am 17. Oktober 2007 @ 00:06

    Ein meiner Meinung nach sehr begrüßenswertes Urteil. Mit welchem Recht stellen Bausparkassen und Banken dem Kunden Kosten in Rechnung, die nur deswegen anfallen, weil die Bank sich absichern will. Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, dem manchmal sehr munteren Treiben der Banken und Bausparkassen Einhalt zu gebieten.

  2. Deutscher Immobilienmarkt bietet Potenzial für Investoren aus dem mittleren Osten… | Immobilienmarkt & Immobilienwert - Die Webressource für Immobilienprofis sagt

    am 3. November 2007 @ 18:29

    […] sehen in Zukunft verstärkt arabische Investoren für deutsche Immobilienprojekte. Bereits im vergangenen Jahr wurden rund 500 Millionen Euro in deutsche Immobilien investiert, im […]

  3. Baufinanzierung | Immobilienmarkt & Immobilienwert - Die Webressource für Immobilienprofis sagt

    am 19. November 2007 @ 19:42

    […] man sich für eine Baufinanzierung entscheidet, dann ist es empfehlenswert nicht nur über die Finanzierung sondern auch über […]

  4. Simon sagt

    am 12. Mai 2008 @ 23:01

    Ich sehe das als Vertriebsmitarbeiter einer Bank ein wenig anders. Jeder Schritt, der für die Vergabe von Krediten nötig ist, kostet Zeit und somit Geld. Man sollte jedoch die Beleihungswertermittlungsgebühr/Objektschätzkosten/o.ä. endlich beim richtigen Namen, nämlich der Darlehensgebühr, nennen, nichts anderes ist sie in meinen Augen. Bei einer seriösen Beratung wird der Kunde schon im Vorfeld über Kosten und Gebühren informiert und kann sich somit selbst dafür oder dagegen entscheiden. Ist er dagegen bekommt er einfach keine Finanzierung.

  5. Jannes sagt

    am 29. Januar 2010 @ 23:26

    Ich habe mal eine Doku gesehen über ganz bestimmte Schrottimmobilien. Unglaublich was da geschehen ist….

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