Baby-Bonus, Gratis-Parkplätze, Kraxelbonus – Marketingmaßnahmen der besonderen Art zur Senkung der Wohnungsleerstände

buero-energie.jpgDeutsche Vermieter greifen heutzutage bisweilen zu außerordentlichen Mitteln, um ihre Immobilien zu vermieten. Extras wie „3 Räume zum Preis von 2 Räumen mieten“, eine Jahresration Windeln, Baumarktgutscheine oder …

andere werbeträchtige Aktionen werden besonders von Wohnungsbaugesellschaften ins Leben gerufen, um die Leerstände ihrer Immobilien in Wohngegenden, die wenig nachgefragt sind, zu senken.

So wurden im Osten beispielsweise nach der Wende unzählige Plattenbauten renoviert oder gar abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt, doch fehlen hier nach wie vor die Mieter. Nach der Wende standen hier durch extreme Abwanderungsquoten zeitweise bis zu einer Million Wohnungen leer. Neben den diversen Bonusaktionen wie in 3 Räumen wohnen, für nur 2 Zimmer bezahlen, Parkplätze gratis, so genannten „Kraxelboni“ für Wohnungen, die sich in den obersten Stockwerken befinden, aber über keinen Aufzug verfügen etc. sollen nicht nur neue Mieter gewonnen werden, sondern auch das Image der Wohnungsbaugesellschaften aufpoliert werden.

Baldur 336x280Hierbei zeigen sich die Gemeinden sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland einfallsreich. So machte die Stadt Werdohl im Sauerland vor kurzem auf sich aufmerksam, als die dortige Wohnungsbaugesellschaft ihre leer stehenden Werkssiedlungen, die in Zeiten erhöhter Industrialisierung entstanden, Familien schmackhaft machte, indem sie Mietverträge anbot, die zwei monatliche Gratisrationen Windeln für ein Jahr enthielten oder Paaren bei Vermietung, im Falle einer Trennung, Hilfe bei der Suche nach zwei separaten Wohnungen versprach. Die Leerstandsquote konnte so um die Hälfte auf 7,25 Prozent gesenkt werden.

Und auch der Osten wartet mit schlagzeilenträchtigen Aktionen auf. Die kommunale Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft startete in Frankfurt und Nordrhein-Westfalen eine Werbekampagne, um interessierten Rentnern das Wohnen in Leipzig schmackhaft zu machen – eine 3tägige organisierte Busbesichtigungstour der Wohnungen inklusive. Die Berliner Gesellschaft „Stadt und Land“ bot neuen Mietern in ihrer Großsiedlung gar einen Kleingarten in der Nähe an und übernahm die Pacht für die ersten 2 Jahre.

Ende letzten Jahres geriet die Kleinstadt Freital in Sachsen durch eine aberwitzige Idee ihres Bürgermeisters in die Schlagzeilen, der die fehlende Frauenquote der 39.100 Einwohnerstadt durch eine Prämienzahlung ausgleichen wollte. Frauen, die sich bereit erklärten, bei einem lokalen Vermieter einen Mietvertrag über 3 Jahre abzuschließen, sollten einen Mietzuschuss in Höhe von 2.000 Euro erhalten. Die Idee stieß bei den Einwohnern auf wenig Gegenliebe und wurde bislang nicht realisiert.

Bei allen Aktionen, Marketingmaßnahmen und Ideen bleibt generell festzuhalten, dass der Servicegedanke in Deutschland hier wieder größeren Stellenwert zu erlangen scheint. Mietervertreter begrüßen die Bemühungen der Anbieter und sehen die Tendenz der Anbieter, sich wieder um ihre Kunden bemühen zu müssen, durchweg positiv.


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