Aktuelle Trendzahlen: Entwicklung auf dem Gewerbeimmobilienmarkt durchweg positiv

Anfang der Woche veröffentlichte der IVD, Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V., den aktuellen Gewerbepreisspiegel 2007/2008, der durch Analyse von 360 Städten auf Basis des zweiten und dritten Quartals 2007 detaillierte Daten des deutschen Gewerbeimmobilienmarktes liefert. Hiernach bleibt zunächst festzuhalten, dass die Stimmung im Allgemeinen optimistisch ist, generell sind die Mieten für Büro- und Einzelhandelsimmobilien, besonders in den großen Städten, steigend. Dies spricht für einen aktiven, lebendigen Markt.


Büromieten

Die Großstädte legen was die Büromieten betrifft am deutlichsten zu und hier insbesondere im Hochwertsegment. So ist die gehobene Büroausstattung ein Garant für Mietpreissteigerungen von etwa 1 Prozent. Frankfurt ist mit 35 Euro pro Quadratmeter Spitzenreiter im Metropolvergleich, gefolgt von München mit 30 Euro, Düsseldorf mit 22 Euro, Hamburg mit 20 Euro und Berlin mit 21 Euro pro Quadratmeter.

Den Experten des IVD zufolge profitiert der Büroimmobilienmarkt vor allen Dingen auch durch die gesamte positive konjunkturelle Lage und das steigende Bruttoinlandsprodukt. Während sich dies auf den Wohnimmobilienmarkt immer erst mit einer gewissen Verzögerung auswirkt, sind die Entwicklungen auf dem Büroimmobilienmarkt immer sofort spürbar. So sind neu geschaffene Arbeitsplätze immer auch gleichbedeutend mit dem Bedarf an Büroflächen.

Was die Leerstandsraten betrifft, spalten sich hier die Meinungen. Unumstritten ist, dass die Leerstände generell sinken. Doch findet dies nicht im ausgewogenen Verhältnis von guten und schlechten Standorten statt, will sagen, während bei Objekten in hervorragenden Lagen der Leerstand überproportional sinkt, finden sich für qualitativ schlechte Objekte in ebensolchen Lagen fast keine neuen Mieter mehr.

Bundesweit verzeichnet übrigens Hamburg die geringsten Leerstände mit 6,5 bis 7,5 Prozent, gefolgt von Köln und Berlin. Doch auch Frankfurt mit 15 Prozent Leerstand kann sich im internationalen Vergleich immer noch sehen lassen.

Weitere Trends:

Im Hinblick auf Sonderwünsche bei der Ausstattung, werden diese wieder vermehrt vom Mieter getragen. Vor einigen Jahren war es noch gängige Praxis, dass der Vermieter für Sonderausstattungen wie besondere Lichtkonzepte, Besprechungsräume, Ruhezonen etc. aufkam, um den Mieter langfristig an sich zu binden.

Des weiteren geht die Bürofläche pro Person zurück. Hierbei wird sich häufig räumlicher Zusammenlegung, Outsourcing von Mitarbeitern oder Raumsharing bedient.

Einzelhandel

Auch bei den Einzelhandelsflächen in 1a Lagen ist seit 2001 wieder ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Die Mietpreise stiegen um 0,5 Prozent bis 0,8 Prozent. Besonders die 1a-Lagen in den Zentren der Großstädte legen deutlich zu, während die gleichen Lagen in kleineren Städten sowie Einzelhandelsmieten in schlechteren Lagen sinken.

In Städten ab 300.000 Einwohnern müssen die Ladengeschäfte durchschnittlich 125 Euro/qm auf den Tisch legen. Am teuersten ist München mit Spitzenwerten bis zu 240 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt mit 210 Euro und Düsseldorf mit 200 Euro pro Quadratmeter.

Weitere Trends

Es entwickeln sich vor allen Dingen in den Großstädten so genannte Nobellagen, in denen sich diverse Hochpreisanbieter als „Cluster“ ansiedeln. Dies heißt nicht zwangsläufig, dass hier auch die höchsten Mieten bezahlt werden. Spitzenmieten sind vielmehr im engen Zusammenhang mit hoher Kundenfrequenz zu sehen.


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