32 Mängel pro Neubau – Haus — Pfusch bei Immobilien – Bau

einfamilienwohnhaus1.jpgGanz neu ist die Meldung nicht, aber doch so bedeutend, dass man sie sich noch einmal ins Gedächtnis rufen sollte: Bereits im Januar 2008 berichtete das Gutachter- und Prüfungsunternehmen DEKRA von einer Steigerung der Baumängel …

bei Wohnbauprojekten um 34% gegenüber dem Vorjahresbericht.

Bauherren sollten sich ihre Partner für Bauprojekte daher gut aussuchen, können sich im Problemfall aber auch auf aktuelle Gerichtsurteile stützen. Bei Pfusch am Bau — so entschied etwa der Bundesgerichtshof — kann ein Bauherr selbst Schwarzarbeiter zur Rechenschaft ziehen.

Pro Einzelprojekt und pro untersuchter Einzel – Immobilie — so die DEKRA Studie — entstand ein durchschnittlicher Bauschaden von 10.287€, während im Vorjahresbericht „nur“ ein um 1312€ geringerer Durchschnittsschaden verzeichnet wurde. Insgesamt entstehen laut DEKRA jährlich Schäden im Wert von 1,4 Milliarden Euro durch Pfusch am Bau. Das soll zwar niemanden davon abhalten, mit dem Bau einer Wohn – Immobilie zu beginnen, aber es mahnt zur Vorsicht. Der Verband Deutscher Bauherren (VBP) sieht einen Grund für die hohe Zahl mangelhaft ausgeführter Wohnbauprojekte in der Priorität des Preises bei der Auswahl der ausführenden Unternehmen. Er rät dazu, seriöse und alt eingesessene Unternehmen mit den Bauarbeiten zu beauftragen und den Fortschritt des Baus durch einen unabhängigen Gutachter prüfen zu lassen. So werden mangelhafte Arbeiten früh erkannt und können nachgebessert werden, ehe sie zu Folgeschäden führen oder die Korrekturen nur schwierig ausführbar sind. Die Kosten für ein Immobilien – Projekt mögen durch Gutachter und etablierte Unternehmen zunächst steigen, aber Kostenexplosionen durch schlecht ausgeführte Arbeiten werden auf diese Weise vermieden.



Falls es trotz Vorsichtsmaßnahmen zu Baumängeln kommt, sollten Bauherren im Zweifelsfall nicht den Weg zum Gericht scheuen. Die Gerichte urteilen immer wieder bauherrenfreundlich. Neben dem bereits erwähnten Urteil des Bundesgerichtshofs, das nicht als Aufforderung zur Förderung von Schwarzarbeit dient, gibt es beispielsweise auch ein Urteil, das Bauherren auch bei nicht vertragsgemäß ausgeführten Arbeiten stärkt. So kann sich ein Bauunternehmen — wiederum nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs — nicht darauf berufen, dass seine Arbeiten anerkannten technischen Regeln entsprechen, wenn im Vertrag eine höhere Leistung vereinbart wurde.


www.baldur.de

1 Kommentar

  1. Peter Graf sagt

    am 26. August 2008 @ 19:39

    Aus meiner anwaltlichen Praxis kann ich nur Bestätigen, dass Baumängel für einen Immobilienkäufer oder Bauherren massive Probleme versursachen können. Man sollte dieses Thema beim Immobilienkauf nicht unterschätzen und optimalerweise einen Sachverständigen hinzuziehen. Frühzeitig investiertes Geld in profunde Gutachten ist meist gut angelegt.

    Zum Thema Immobilienkauf würde ich mich auf Ihren Besuch bei uns unter http://www.blog.immio.at freuen.

    Beste Grüße
    Peter Graf

    Vavrovsky & Graf Rechtsanwälte
    Salzburg – Austria

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